20060523

Robot

Die Tastatur automatisiert sich. www – und was dann? Zwei drei Seiten von Milliarden. Das Mikroweb. Emails checken, nix Neues. Kein Jobangebot, kein Gruß. Allenfalls Rechnungen. Dann den Kontostand erforschen, der auch nicht das gelbe vom Ei ist. Mails schreiben, Raten vereinbaren. Oder Stundungen. Scheinen zusammen zu gehören, diese beiden Vertrauten. In den Miesen bis zur Flutgrenze. Das wird zur Dauerbelastung, dann irgendwann zur Normalität, die depressive Grundzüge mit sich bringt. Der grüne Zweig – im Winter sowieso Utopie und ansonsten etwas, das sich anhört wie ein Lottogewinn. Normales Leben, monatlich Geld, kein Stress. Bezahlte Raten, keine Anfragen zu Lebenshilfe bei der Familie mehr. Das wäre schon was. Ein Job, nicht mehrere gleichzeitig, kein ständiges Bewerben, keine Angst vor morgen. Sicher, diese Art zu leben macht flexibel. Notgedrungen, die Alternativen sind Untergang und die drohende Zwangseinweisung wegen akut anhaltender Selbstaufgabe.
Seit Jahren das gleiche Spiel. Relativ gut bezahlte Jobs, die aber so stressig sind, dass Leute ohne Reset-Knopf im Kopf nur begrenzt- maximal ein paar Monate – durchhalten. Und was dann kommt ist schlimmer als die ständige Arbeit selbst. Es ist ein Gefühl zwischen Versagt-Haben, völliger Erschöpfung und Nicht-zur-Ruhe kommen, weil der nächste, wahrscheinlich genauso miese Job irgendwie her muss, und das schnell. Keine Zeit zum Nachdenken, nur die Zahlen im Kopf, die roten Zahlen.
Heute Tresenschlampe, morgen Promotion, übermorgen Flyer verteilen, dann wieder mal Baushilfe, Schlepper, Verkäufer, Fahrgastzähler.
Mit einem Wort:
ROBOTER.

Die Welt ist eine Scheibe

Ich stehe auf der Scheibe
die sich mein Leben, meine Seele nennt
und schau hinaus,
drehe mich mit
in einer Welt die bald untergeht,
wenn sich nicht die Mehrheit
auf ihren Scheiben mit mir dreht.

Zu schnell

So schnell
Vergehen Gefühle
So schnell
Schwindet Lebenszeit
So schnell
Es bleibt die Frage
Wofür
Und weshalb

20060512

Blinddate

Zweierchat hat also mal geklappt. Normalerweise kommt man ja da nicht durch, ohne vorher im öffentlichen Bereich ordentlich den Buckel gemacht zu haben.

Naja, sieht ja nicht schlecht aus. Und schreibt auch ganz nett. Das Foto: annehmbar. Sie schreibt, sie sei etwas mollig. Na gut, ein bisschen Bauch kann nicht schaden, und ein schöner runder Hintern hat auch was.

Also mal ganz spontan in einer Stunde zusammen Cocktail trinken.

Erstmal fix duschen, Haare ordentlich, Zähne geputzt, was Richtiges angezogen und los geht’s.

Nun schon leicht aufgeregt Geld holen und dann ab an den Tresen, früher, damit ein zwei Kurze mich auflockern.

Ich sitzte und warte. Es wird voller. Nichts passiert. Es wird noch voller. Dann kommt eine Frau herein, die unglaubliche Ausmaße hat. Mir schwant schon Schlimmes. Und es bewahrheitet sich. Sie ist es. Sie stampft sich zu mir durch, die Augen auf mich fixiert. Ich kann kaum grinsen und fangse sofort an zu überlegen, wie ich das hier schnellstmöglich und diplomatisch beenden kann.

Smalltalk. Natürlich noch zwei Kurze. Jetzt ist ihr Gesicht gar nicht so übel. Aber sie braucht eigentlich zwei Barhocker.

Wann ist das endlich vorbei? Noch ein Drink.

Ein Freund ruft an. Der Erlöser hat mich aufgesucht.

Ich müsste ihn dringend sehen, es gäbe da noch was zu klären, in fünf Minuten müsste ich los.

Ich trinke aus und gehe. Sie zu ihrem Auto. Du begleitest sie noch. Ihr verabschiedet euch.

Nie wieder Bilnddate.

hangover

Die party ist vorbei.

Das Licht geht an, es ist zu hell.

Jetzt nach Hause, jetzt schon gehen?

Wo kann man hin -

ein paar Kröten sind noch da

Zum Versaufen zum Versacken.

Es kann, nein es muss noch weitergehen.

Bevor am Morgen oder Mittag

Kater und Geist sich lustig machen

Und das Gewissen plagt,

es hat dir gleich gesagt

du sollst es lassen.

Die Party ist vorbei

Nach Jahren.

Weihnachtsstress

Alle rennen durch die Straßen und kaufen wie im Wahn für ein Fest, welches als der Inbegriff von Ruhe und Gelassenheit gilt. Am Tage wird gearbeitet, nach Feierabend und am heiligen Wochenende wird geshoppt. Damit man nicht hintan steht beim Schenkungskreis der Exklusivitäten. Blitzern muß es und funkeln, neu sein und designt von Kolani. Tut es das nicht, ist es kein Geschenk, bestenfalls eine nett gemeinte Aufmerksamkeit. Ähnlich einem falsch gewählten Blumenstrauß für die Frau Schwiegermama. Eine Peinlichkeit, um ehrlich zu sein.

Nicht gekauft ist nicht gut. Selbstgemachtes beleidigt die Nordmanntanne, unter der es liegt. Das gibt schnell Tränen, und so etwas kann immer passieren, aber nicht am heiligen Abend. Schon Mitte September wird über das Festessen nachgedacht. Was es gibt, wer wann kommt, wer wo sitzt und ob dieses Jahr die Bescherung vorher stattfindet, damit auch die Kindern so tun können als schmecke es Ihnen.

Von Kindern – natürlich. Von Kindern freuen wir uns über selbstgemalte Bilder oder Gebasteltes. Kinder verdienen ja auch noch kein eigenes Geld. Sie dürfen noch träumen. Auch gern im Media-Markt vor geilen Konsolen und krassen Handys. Wieso nicht ein Klingeltonabo schenken? Das wäre doch ein polyphoner Liebesbeweis.

solchetage

Stehengeblieben vor langer Zeit

Will ich nicht mehr wissen,

Wie wahres Leben ist.

Vorsätze, jedenTag, nichts getan,

geraucht, berauscht.

Was bleibt - ein Nichts -

sonst nichts.

dumme Sache

„Wie läufts ?“

„Beschissen wäre geprahlt.“

Damit ist ja alles gesagt. Also ist mal wieder irgendwas schief gelaufen.

Wie eigentlich immer in letzter Zeit.

„Erzähl doch mal - was ist los?“

„Alles Mist. Ich habe wieder Scheiße gebaut. Ich wollte es nicht, aber es ist passiert.“

Es kann sich nur um Frauen handeln.

„Du wolltest es nicht? Wieso hast du es getan? Aus Langeweile?

Es ist immer dasselbe mit Dir.

Du bist mein bester Freund, aber ehrlich gesagt bist Du ein Arschloch. Ein dreckiges Arschloch.“

„Danke, das ist genau das, was ich jetzt brauche. Echt spitze.“

„Soll ich Dir etwa jetzt noch die Eier schaukeln dafür, das du so ein toller Stecher bist und ständig mit fremden Frauen rum machst? – Vergiss es.“

Pause.

Sein schlechtes Gewissen lässt ihn nicht los, seine Augen sind auf den Boden gerichtet und er erzählt mir die ganze Story.

Es fing an wie immer. Es gab reichlich alkoholische Getränke, vorrangig Bier und Wodka, dazwischen ab und zu mal ein Glas Wasser, zum Ausgleich.

Das hat nicht viel genützt, denn man ist doch wieder in einer der rar gesäten, nach Genres aufgeteilten Diskotheken der Stadt gelandet und machte dort weiter bis irgendwie mal wieder alles schnurz egal war.

„Wir hatten sehr viel Spaß. Na ja, und wie das so ist…“, kam es dann auch, dass sich seine Hand plötzlich und natürlich völlig unerwartet zwischen den Oberschenkeln der Achtzehnjährigen wieder fand, die sich vor fünf Minuten ein Bier hat spendieren lassen und wirklich ziemlich knackig aussah.

„Was sollte ich machen, ich war auf einmal total scharf auf Sie. Ich wusste genau, was ihr Blick in diesem Moment sagte. Und Mann – die war sooo geil.“

„Ist klar, und dann hast Du wieder mal dein letztes Bares in Bier umgesetzt, sie abgefüllt,

voll gelabert, geknutscht, mit nach Hause genommen und gevögelt. – Richtig?“

Keine Antwort. Also ja.

„Und, willst du es ihr erzählen?“

„Bist Du wahnsinnig? Dann ist sofort Schluss. Die rastet völlig aus, und ich habe bis in die Steinzeit verschissen. Nee, Nee, das wird sie nie erfahren, hatte ja auch nichts mit ihr zu tun.“

„Nein?“

„Nein! Das war nur körperlich, verstehst Du? Ich hab schon länger davon geträumt mal wieder was mit einem gerade achtzehnjährigen Mädchen zu haben. Und dann steht sie da plötzlich, da konnte ich nicht anders, was sollte ich machen?“

„Nein sagen zum Beispiel. Ist eine ganz einfache Geschichte. Du verabschiedest dich freundlich, aber bestimmt und gehst allein nach Hause. Und vor allem muss ich mir dann nicht immer wieder denselben Scheiß anhören und so tun als würde ich dein Selbstmitleid gerne ertragen. Es nervt. Ruf mich an, wenn du wieder klar kommst.“

Kaufmich

Der Shoppingsender versucht mir gerade die neuesten Schmuckstücke schmackhaft zu machen.

Es wird glaubhaft und seriös dargelegt, dass die Edelsteine aus fernen Ländern kommen, in denen die reinste Natur noch intakt sei.

Es gäbe dort keine industriell betriebenen Minen, sondern reine Luft und Ruhe pur und natürlich glückliche Menschen. Ein schönes Land.

Und die Steine haben natürlich einen langen Weg hinter sich und jeder könne eine Geschichte erzählen.

Wie lange muss ich wohl warten, bis dieser wirklich hässliche Ring mit mir redet?

Im Studio hat der Hintergrund gewechselt, wir sehen den Darmtrakt in Übergröße und Vierfarbdruck auf Pappaufstellern.

Es geht jetzt um Magnetschmuck. Man könne die Gesundheit ständig bei sich am Körper tragen mit diesem echt wunderschönen Schmuckstück mit Kaiserstein.

Schade, dass Schmuck jetzt vorbei ist.

Was soll man groß machen, wenn man nach Hause kommt so gegen drei, vier, wie so oft, man macht halt die Glotze an und lässt sich einlullen.

Ist beschäftigt mit sich und dem vergangenen Abend, mit der Freundin, den Geldproblemen und dem Suff, der das alles gar nicht so schlimm erscheinen lässt.

Es gibt natürlich Leute, die wirklich kaufen, was ihnen über die Glotze offeriert wird.

Und dieses Verfahren ist so schön einfach. Über das Fernsehen Fernseher auf Raten kaufen und dadurch seine Freiheit verkaufen. Diesen Aspekt übersieht man dann gerne, er wird durch den Komfort zwar nur oberflächlich aber schon recht ordentlich überdeckt.

Mit dem größeren Fernseher kann man dann besser die Sachen sehen, die man da kauft und bei denen man sich nicht fragt, wozu man sie braucht.

Kaufen sie schnell, es sind nur noch wenige Fleckenwunder vorhanden. Gegen Blut, gegen Wein, gegen alles. Sie brauchen nichts anderes mehr. Sie müssen jetzt zugreifen bei diesem absoluten Schnäppchen.

Greifen sie bei dieser Kamera zu, bald ist Weihnachten und die Preise steigen von selber an. Ich höre gerade, dass die Warteschlange für die Kamera wieder frei ist. Rufen sie an, greifen sie zu., wir haben nur noch zehn Prozent davon, was die Warenbestände angeht.

Der nette Moderator, der früher mal der Sprecher vom Harry Schweinfurt war, erzählt auch, dass er mit seiner Frau jeden Tag Eis essen gehe, trotzdem das so teuer sei.

Naja, Du kannst es dir ja wohl auch leisten. Du musst den Müll, den du laberst nicht mal entsorgen, er wird dir abgekauft.

Das ist genial, das ist besser als Kuhfladen als Biomasse zu verwenden.

Guckst du dir deine Shows selber an, oder welche geistigen Untiefen gibst du dir als Input, damit so etwas Unsägliches den Output bildet?

Mein Daumen stoppt mich jäh. Er hat den Notschalter gefunden.

Suppe

Es war einer der ersten Tage in Berlin, als ich merkte, wie es aus der Decke meines Zimmers regnet. Rohrbruch irgendwo über mir.Auf der Suche nach der Ursache für diese abendliche Erfrischung wage ich mich einen Stock höher.

Das Schloß per Dietrich geknackt, mit einer großen Kerze bewaffnet, kommt mir schon im Flur ein unglaublicher Gestank entgegen. Durch das schwache Licht sehe ich riesige Haufen von zugeschissenem Klopapier überall aufgetürmt, Ratten versuchen, sich darin zu verstecken.

Im nächsten Zimmer dasselbe Bild, Müll der verschiedensten Coleur gesellt sich zum Kot.

Der Ort des nassen Geschehens ist, wie ich schon befürchtete, das Scheißhaus.

Nur dieses Wort beschreibt die Umstände entsprechend.

Es ist mir ein Rätsel, wie man ein Ideal Standard, welches bis 40cm über den Rand der Brille hinaus gefüllt ist, noch benutzen kann.

Alles naß, irgendwo kommt Wasser aus ´ner Leitung, filtert die Exkremente auf dem Boden und läßt sich als Thyphussuppe in meine Decke herab.

Mir wird richtig übel, muß raus hier.

Erstmal Wasserzufuhr des gesamten Hauses gekappt, Notdienst gerufen, Sache regeln lassen.

Der Mieter dieser Wohnung hat dort wohl noch gehaust. Manchmal sehe ich ihn beim Einkaufen: Wodka und Weinbrand.

Zügig

Es passieren Wahnsinnsgeschichten, während die Welt draußen an einem vorbeirauscht, Meere von Rapsfeldern, fast in voller Blüte.

Das Schönste und Grausamste zugleich auf so einer Überlandfahrt sind die Leute, hier im Abteil, nicht dort im Rapsfeld.

Raucherabteil, klar dass mir der Gestank nichts ausmacht. Ich stinke ja selber. Nach Qualm, nach Grass, nach Teer.

Wie alle hier bei uns ist auch der Herr rechts neben mir hochgradig nikotinsüchtig. Seine Gattin sitzt neben ihm. Sie ist mit ihrem momentanen Sizplatz unzufrieden.

„Ich geh jetzt gleich raus.“

„Ich rauche auch keine, jetzt bleib doch hier.“

„Unmöglich ist das. Ich geh jetzt gleich raus.“

„DEIN Benehmen ist unmöglich. So ein Firlefanz. Du benimmst dich ja wie Deine Schwester.“

„Wenn hier Raucher ist geh ich jetzt raus.“

Mir wird’s langsam zu blöd.

„Ja gnädige Frau, hier ist Raucher!“

Das „gehen Sie dann bitte?“ konnte ich mir gerade noch verkneifen.

-Stille- und beide bleiben sitzen.

Mal wieder ein Bahnhof, mit Werbeplakaten links daneben.

Gerade jetzt wird mir klar, dass es stimmt. Die Provinzial sichert mein nicht vorhandenes Hab und Gut, und ich kann mit meiner Frau und den zwei Kindern in der Südsee am Strand herumtollen.

Vor Freude und Glück ganz außer mir.

Wenn sich dann in der Strandkneipe mit Palmendach der Barkeeper als Zukunftsberater der Sparkasse entpuppt, ist doch alles klar, oder?

Der Schaffner hat gerade mächtig Adrenalin aufgebaut. Der Lude vor mir hatte keine Fahrkarte und war sehr unkooperativ.

„Karte hab ich nicht, was willst Du machen?“

Also hat der Schaffner seine diplomatische Seite aufpoliert und blieb cool.

„Ich kann Ihnen einen Überweisungsträger ausstellen, Sie müssten dann innerhalb der nächsten drei Tage…“

„Ey was? Wie soll ich das machen? Ich muss arbeiten. Verstehst Du?“

„Ich bin mir sicher, dass zwischendurch mal ein bisschen Zeit ist. Vielen Dank.“

Und schon war er bei mir.

Kurze Zeit später sitze ich fest. Mitten im Nichts und doch kurz vor der Stadt.

Hinter mir sitzen zwei windige Gestalten. Sie geben die neuesten (O-Ton folgt!) „Neger- / Bimbo- / Kanacken / Juden / Suchtbolzenwitze“ zum Besten. Ganz toll. Währenddessen wird einer gebaut. Nicht mit Gras, mit Crack, was sonst. Man kann die beiden nicht ernst nehmen, denn rechts neben Ihnen, also schräg rechts hinter mir sitzen drei Araber. Männer, keine Idioten oder Halbstarken. Bad Idea, Jungs.

Wahrscheinlich reicht es, sich auf arabisch herrlich über die zwei Ungläubigen lustig zu machen, jedenfalls passiert nicht mehr.

„Warst schon mal in Marokko oder Indien, Alter?“

„Ne, ich war mal in Schweden (kicher). Nie raus aus der Stadt.“

Gut das der Zug jetzt weiterfährt.

„(…) ich klau nicht mehr. Geh in Baumarkt und hol Dir ne Kette, die musst du Dir so hinhängen, dass Du sie in 3 Sekunden parat hast.“

Großes Gelächter aus zahnlosen Mündern.

Themawechsel, von der Gewalt zur Musik.

Der eine wäre Gitarrist, hätte mal ne Band gehabt und so. Ich habe es befürchtet, er schlägt die Finger in die Saiten und spielt uns allen ein Ständchen.

Wir halten alle wacker durch, aber wie lange noch? Kommt es zum brutalen Showdown, bei dem die drei massigen Araber dem Laienminnen seine Gitarre mit dem Bauch voran rektal bis hin zum Kehlkopf einführen?

So was gibt es nicht in Nichtraucherzonen. Das geht nur hier.

Hier wo es stinkt und qualmt.

Im Raucherabteil des Regionalverkehrs.

sameoldproblem

Diese Mal ist es ganz übel gelaufen.

So eine Scheiße habe ich lange nicht durch mein Hirn fließen sehen. Ich habe mal wieder alles verhauen, was es auch nur annähernd zu verhauen gibt in meinem jetzigen Umfeld.

Heute Abend habe ich die Frau getroffen, mit der ich vor anderthalb Wochen in einer Spelunke rumgeknutscht habe.

Um ihr zu erzählen, dass ich eine Freundin hätte.

Ein paar Tage vorher noch habe ich ihr relativ eindeutige SMS geschickt und einfach mit ihr gespielt.

Man sieht sich immer zweimal im Leben. Genau davor habe ich Angst.

Dass irgendwann nacheinander die Herzen die ich gebrochen habe, meistens zwei auf einmal, in Person des Zweigehörnten auf mich zurasen und mich mit dem Feuersturm ihrer Wut wegfegen.

„Es tut mir leid!“

Was ist das für ein Satz in einer solchen Situation? Schürt er nicht nur mehr die erniedrigenden Blicke der Frau, die du für deine Triebe angelogen hast?

Und fragst du dich in diesem Moment nach der Richtigkeit deines Tuns, ob das jetzt OK ist?

Nein, du bist besoffen, stoned und völlig übermüdet. Die perfekte Mischung. Außerdem nicht viel gegessen denn wie wir seit Fischmob wissen reichen schließlich ein Apfel, ne Banane und eine schöne Zigarre für den ganzen Tag.

Sehr witzig. Das Problem ist nicht, die Taten ins Lächerliche zu ziehen. Das funktioniert immer. Viel schwieriger wird es da, nüchtern an diese Sachen heranzugehen.

„Ist schon OK, du brauchst es ja niemandem zu erzählen.“

„Mann, mach dir nicht soviel Streß. Das wird schon wieder. Du kriegst das hin.“

Eine zeitlang ja, kein Problem. Doch wenn dann etwas Unvorhergesehenes passiert, etwas, das in einer Szene endet, in der plötzlich die letzten zwei Frauen, die du verarscht hast, prompt auf einer Party mit dir und deiner jetzigen Freundin erscheinen, hast du natürlich ein Problem.

Nun, manche Menschen werden ja aus ihren Fehlern klug, bei mir scheint das nicht der Fall zu sein.

Jedenfalls kam mir vorhin dieser Gedanke, als ich die Frau aus der einen Spelunke in eine andere Spelunke lotste und ihr ein Bier ausgab.

Direkt im Anschluss an die Bestellung eröffnete ich ihr, dass ich eine Freundin hätte. Sie guckte mich an und ich sah ihren Hass.

Was sollte ich machen? Es ihr am Telefon erzählen?

„Das hier“ (sie stellte mir das Bier herüber) „kannst du dann wohl alleine trinken.“

Sie drehte sich um und ging.

Eingangsbestätigung

Es ist soweit. Der erste Ton meinerseits von innen nach außen. Versuche, hier immer mal wieder neue Auswürfe zu posten, fange aber erstmal mit ein paar Sachen an, die auf Papier und cd´s zu vermodern drohen. Wenn´s gefällt - freut mich. Wenn nicht - auch OK.