20060512

dumme Sache

„Wie läufts ?“

„Beschissen wäre geprahlt.“

Damit ist ja alles gesagt. Also ist mal wieder irgendwas schief gelaufen.

Wie eigentlich immer in letzter Zeit.

„Erzähl doch mal - was ist los?“

„Alles Mist. Ich habe wieder Scheiße gebaut. Ich wollte es nicht, aber es ist passiert.“

Es kann sich nur um Frauen handeln.

„Du wolltest es nicht? Wieso hast du es getan? Aus Langeweile?

Es ist immer dasselbe mit Dir.

Du bist mein bester Freund, aber ehrlich gesagt bist Du ein Arschloch. Ein dreckiges Arschloch.“

„Danke, das ist genau das, was ich jetzt brauche. Echt spitze.“

„Soll ich Dir etwa jetzt noch die Eier schaukeln dafür, das du so ein toller Stecher bist und ständig mit fremden Frauen rum machst? – Vergiss es.“

Pause.

Sein schlechtes Gewissen lässt ihn nicht los, seine Augen sind auf den Boden gerichtet und er erzählt mir die ganze Story.

Es fing an wie immer. Es gab reichlich alkoholische Getränke, vorrangig Bier und Wodka, dazwischen ab und zu mal ein Glas Wasser, zum Ausgleich.

Das hat nicht viel genützt, denn man ist doch wieder in einer der rar gesäten, nach Genres aufgeteilten Diskotheken der Stadt gelandet und machte dort weiter bis irgendwie mal wieder alles schnurz egal war.

„Wir hatten sehr viel Spaß. Na ja, und wie das so ist…“, kam es dann auch, dass sich seine Hand plötzlich und natürlich völlig unerwartet zwischen den Oberschenkeln der Achtzehnjährigen wieder fand, die sich vor fünf Minuten ein Bier hat spendieren lassen und wirklich ziemlich knackig aussah.

„Was sollte ich machen, ich war auf einmal total scharf auf Sie. Ich wusste genau, was ihr Blick in diesem Moment sagte. Und Mann – die war sooo geil.“

„Ist klar, und dann hast Du wieder mal dein letztes Bares in Bier umgesetzt, sie abgefüllt,

voll gelabert, geknutscht, mit nach Hause genommen und gevögelt. – Richtig?“

Keine Antwort. Also ja.

„Und, willst du es ihr erzählen?“

„Bist Du wahnsinnig? Dann ist sofort Schluss. Die rastet völlig aus, und ich habe bis in die Steinzeit verschissen. Nee, Nee, das wird sie nie erfahren, hatte ja auch nichts mit ihr zu tun.“

„Nein?“

„Nein! Das war nur körperlich, verstehst Du? Ich hab schon länger davon geträumt mal wieder was mit einem gerade achtzehnjährigen Mädchen zu haben. Und dann steht sie da plötzlich, da konnte ich nicht anders, was sollte ich machen?“

„Nein sagen zum Beispiel. Ist eine ganz einfache Geschichte. Du verabschiedest dich freundlich, aber bestimmt und gehst allein nach Hause. Und vor allem muss ich mir dann nicht immer wieder denselben Scheiß anhören und so tun als würde ich dein Selbstmitleid gerne ertragen. Es nervt. Ruf mich an, wenn du wieder klar kommst.“

2 Comments:

At 1:29 vorm., Blogger fishkopp said...

gute dialoge. für drehbücher wird ein heidengeld bezahlt!

 
At 3:29 vorm., Anonymous Anonym said...

kommt einem bekannt vor...
wir sind halt nicht sehr einfallsreich

 

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