20060512

Weihnachtsstress

Alle rennen durch die Straßen und kaufen wie im Wahn für ein Fest, welches als der Inbegriff von Ruhe und Gelassenheit gilt. Am Tage wird gearbeitet, nach Feierabend und am heiligen Wochenende wird geshoppt. Damit man nicht hintan steht beim Schenkungskreis der Exklusivitäten. Blitzern muß es und funkeln, neu sein und designt von Kolani. Tut es das nicht, ist es kein Geschenk, bestenfalls eine nett gemeinte Aufmerksamkeit. Ähnlich einem falsch gewählten Blumenstrauß für die Frau Schwiegermama. Eine Peinlichkeit, um ehrlich zu sein.

Nicht gekauft ist nicht gut. Selbstgemachtes beleidigt die Nordmanntanne, unter der es liegt. Das gibt schnell Tränen, und so etwas kann immer passieren, aber nicht am heiligen Abend. Schon Mitte September wird über das Festessen nachgedacht. Was es gibt, wer wann kommt, wer wo sitzt und ob dieses Jahr die Bescherung vorher stattfindet, damit auch die Kindern so tun können als schmecke es Ihnen.

Von Kindern – natürlich. Von Kindern freuen wir uns über selbstgemalte Bilder oder Gebasteltes. Kinder verdienen ja auch noch kein eigenes Geld. Sie dürfen noch träumen. Auch gern im Media-Markt vor geilen Konsolen und krassen Handys. Wieso nicht ein Klingeltonabo schenken? Das wäre doch ein polyphoner Liebesbeweis.

1 Comments:

At 9:53 vorm., Anonymous Thomas said...

Das klingt alles sehr bizarr, trifft den Nagel aber wohl auf den Kopf. Unglaublich, dass Läden wie Media Markt und co. zum absoluten Weihnachtsprogramm gehören und dass der eigentliche Sinn des Schenkens dabei völlig verloren geht. Größer und neuer scheint leider nur zu oft uneingeschränkt mit besser gleichgesetzt zu werden. Da weiß man auch nicht, wer da nun auf was reagiert, die Käufer auf die aggressive Werbung oder umgekehrt.

 

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