20060512

Zügig

Es passieren Wahnsinnsgeschichten, während die Welt draußen an einem vorbeirauscht, Meere von Rapsfeldern, fast in voller Blüte.

Das Schönste und Grausamste zugleich auf so einer Überlandfahrt sind die Leute, hier im Abteil, nicht dort im Rapsfeld.

Raucherabteil, klar dass mir der Gestank nichts ausmacht. Ich stinke ja selber. Nach Qualm, nach Grass, nach Teer.

Wie alle hier bei uns ist auch der Herr rechts neben mir hochgradig nikotinsüchtig. Seine Gattin sitzt neben ihm. Sie ist mit ihrem momentanen Sizplatz unzufrieden.

„Ich geh jetzt gleich raus.“

„Ich rauche auch keine, jetzt bleib doch hier.“

„Unmöglich ist das. Ich geh jetzt gleich raus.“

„DEIN Benehmen ist unmöglich. So ein Firlefanz. Du benimmst dich ja wie Deine Schwester.“

„Wenn hier Raucher ist geh ich jetzt raus.“

Mir wird’s langsam zu blöd.

„Ja gnädige Frau, hier ist Raucher!“

Das „gehen Sie dann bitte?“ konnte ich mir gerade noch verkneifen.

-Stille- und beide bleiben sitzen.

Mal wieder ein Bahnhof, mit Werbeplakaten links daneben.

Gerade jetzt wird mir klar, dass es stimmt. Die Provinzial sichert mein nicht vorhandenes Hab und Gut, und ich kann mit meiner Frau und den zwei Kindern in der Südsee am Strand herumtollen.

Vor Freude und Glück ganz außer mir.

Wenn sich dann in der Strandkneipe mit Palmendach der Barkeeper als Zukunftsberater der Sparkasse entpuppt, ist doch alles klar, oder?

Der Schaffner hat gerade mächtig Adrenalin aufgebaut. Der Lude vor mir hatte keine Fahrkarte und war sehr unkooperativ.

„Karte hab ich nicht, was willst Du machen?“

Also hat der Schaffner seine diplomatische Seite aufpoliert und blieb cool.

„Ich kann Ihnen einen Überweisungsträger ausstellen, Sie müssten dann innerhalb der nächsten drei Tage…“

„Ey was? Wie soll ich das machen? Ich muss arbeiten. Verstehst Du?“

„Ich bin mir sicher, dass zwischendurch mal ein bisschen Zeit ist. Vielen Dank.“

Und schon war er bei mir.

Kurze Zeit später sitze ich fest. Mitten im Nichts und doch kurz vor der Stadt.

Hinter mir sitzen zwei windige Gestalten. Sie geben die neuesten (O-Ton folgt!) „Neger- / Bimbo- / Kanacken / Juden / Suchtbolzenwitze“ zum Besten. Ganz toll. Währenddessen wird einer gebaut. Nicht mit Gras, mit Crack, was sonst. Man kann die beiden nicht ernst nehmen, denn rechts neben Ihnen, also schräg rechts hinter mir sitzen drei Araber. Männer, keine Idioten oder Halbstarken. Bad Idea, Jungs.

Wahrscheinlich reicht es, sich auf arabisch herrlich über die zwei Ungläubigen lustig zu machen, jedenfalls passiert nicht mehr.

„Warst schon mal in Marokko oder Indien, Alter?“

„Ne, ich war mal in Schweden (kicher). Nie raus aus der Stadt.“

Gut das der Zug jetzt weiterfährt.

„(…) ich klau nicht mehr. Geh in Baumarkt und hol Dir ne Kette, die musst du Dir so hinhängen, dass Du sie in 3 Sekunden parat hast.“

Großes Gelächter aus zahnlosen Mündern.

Themawechsel, von der Gewalt zur Musik.

Der eine wäre Gitarrist, hätte mal ne Band gehabt und so. Ich habe es befürchtet, er schlägt die Finger in die Saiten und spielt uns allen ein Ständchen.

Wir halten alle wacker durch, aber wie lange noch? Kommt es zum brutalen Showdown, bei dem die drei massigen Araber dem Laienminnen seine Gitarre mit dem Bauch voran rektal bis hin zum Kehlkopf einführen?

So was gibt es nicht in Nichtraucherzonen. Das geht nur hier.

Hier wo es stinkt und qualmt.

Im Raucherabteil des Regionalverkehrs.

2 Comments:

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